DFG Netzwerk

Kalkulieren, Handeln, Wahrnehmen. Für eine neue Methodik der spätmittelalterlichen Wirtschaftsgeschichte

<Neuerscheinung>

Ulla Kypta/ Julia Bruch/ Tanja Skambraks (Hgg.): Methods in Premodern Economic History. Case studies from the Holy Roman Empire, c.1300–c.1600 (Palgrave Studies in Economic History), Basingstoke (Hampshire) 2019.

Nach dreijähriger Kooperationsarbeit im DFG Netzwerk: „Kalkulieren, Handeln, Wahrnehmen. Neue Methoden der Spätmittelalterlichen Wirtschaftsgeschichte“ ist nun der Band „Methods in Premodern Economic History. Case Studies form the Holy Roman Empire 1300-1600“ erschienen. Herausgegeben wurde der Band von Ulla Kypta, Julia Bruch und Tanja Skambraks. Er ist in der Reihe Palgrave Studies in Economic History erschienen.

Das Buch versammelt Beiträge von über 15 Autoren in drei Großkapiteln: zu Narrativen der Wirtschaftsgeschichte, zu Methoden und Quellen und ein drittes Kapitel zu Forschungsarbeiten und Methoden aus den Bereichen Produktion, Markt und Kredit.

Projektskizze:

Im späten Mittelalter veränderte sich die Welt: Zahlreiche Großthesen verorten in der Zeit vom 14. bis zum 17. Jahrhundert entscheidende Weichenstellungen für die relevanten Fragen unserer Zeit. Kapitalismus, Protoindustrialisierung, europäische Weltbeherrschung oder massive Eingriffe des Menschen in die Natur nahmen im Spätmittelalter konkrete Formen an – um nur einige Beispiele zu nennen. Um diese Dynamiken besser erfassen zu können, scheint es geraten, das in letzter Zeit zunehmende gegenseitige Interesse von Kultur- und Wirtschaftsgeschichte erstens auf die Zeit des Spätmittelalters auszudehnen und zweitens zu einer konkreten, reflektierten Zusammenarbeit auszubauen.

In unserem Netzwerk sollen deshalb kultur-, sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Zugänge zur Wirtschaftsgeschichte nicht nur abstrakt diskutiert und gegenübergestellt, sondern zu einer neuen, tiefenschärferen Methodik kombiniert werden. Dazu wollen wir uns mit fünf grundlegenden Themenbereichen beschäftigen, die die Wirtschaft als gesellschaftlichen Sektor erfassen können, nämlich Markt, Arbeit, Kredit/Geld, Konsum und Produktion/Landwirtschaft beschäftigen.

Diese Themenbereiche sollen zugleich die Kapitel in einer gemeinsam zu schreibenden Monographie darstellen, die auf diese Weise exemplarisch darlegen soll, welche Methoden wie kombiniert und angewandt werden können und welches Quellenmaterial das späte Mittelalter dafür bietet.